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KZ Natzweiler-Struthof

Das Stammlager

 

 

Das KZ Natzweiler-Struthof, Stammlager der sieben Außenlager des südwürttembergischen Schieferölprogramms, war das einzige Konzentrationslager der Nazis auf französischem Boden.

 

Es liegt inmitten der Vogesen, ungefähr 50 Kilometer südwestlich von Straßburg, bei den elsässischen Gemeinden Natzweiler und Rothau, in etwa 800 Meter Höhe.

 

Im September 1940 kam der Diplomingenieur und Standartenführer der SS, Blumberg, in das Skigebiet von Natzweiler, um die Granitfelsen auf ihre mögliche Ausbeutung, hin zu untersuchen. Schon im Mai 1941 trafen die ersten Häftlinge ein. Das Baumaterial für den Straßen- und Hüttenbau mussten sie auf dem Rücken den Berg hinauf tragen. "Es wurden Holzbaracken aufgestellt für Volksfeinde, billige Arbeitskräfte und menschliches Versuchsmaterial für medizinische Versuche" (Ziegler, Seite 18).

 

Ursprünglich wurde das Lager für 1500 Häftlinge gebaut, jedoch waren im September 1944 zwischen 7000 und 8000 Gefangene untergebracht! Das bedeutete, dass in eine Baracke von 17 Metern Breite und 44 Metern Länge 650 bis 750 Menschen gepfercht wurden.

 

Dementsprechend waren die Lebensbedingungen unbeschreiblich und menschenunwürdig. Ein Häftling: "Bei unserer Ankunft fielen uns sofort unsere Leidensgenossen auf, ihr automatisches Gehen, ihr stierer Blick, ihr skelettartiges Aussehen, unbeschreiblich und unerreicht“ (Comité national.... KZ Lager Natzweiler-Struthof, Seite 61).

 

Gesichert war das Lager durch eine doppelte, unter Strom stehende, Stacheldrahtumzäunung. Tag und Nacht verfolgten SS-Posten auf den Wachtürmen sowie Posten mit Schäferhunden jede Bewegung der Häftlinge.

 

Lagerleben

 

"Im Sommer hieß es um 4.00 Uhr morgens aufstehen, im Winter um 6.00 Uhr. Gleich danach waschen, mit bloßem Oberkörper, egal bei welchen Temperaturen, mit eiskaltem Wasser. Dann bekamen die Häftlinge einen halben Liter Ersatzkaffee oder Tee ... Darauf folgte der fürchterliche Morgenappell. Alle mussten zugegen sein, auch die Kranken, die Sterbenden, die Toten. ... Der Appell dauerte manchmal stundenlang. ... Nach dem Appell mussten sie alle zur Aufstellung der Arbeitskommandos nach oben wandern. Von da ging es dann hin zu den verschiedenen Arbeitsstellen: Steinbruch, Straßenbau, Kiesgrube, Reparaturwerkstätten, zuweilen Baracken- und Wasserleitungsbau. Zwangsarbeit unter fürchterlichen Bedingungen ... bis spät abends" (Ziegler, Seite 21).

 

"Beim Ausrücken des Sonderkommandos aus dem Lager zur Arbeitsstelle erhielt der Kapo fast täglich den Auftrag, 'soviel Leute fertigzumachen' oder 'heute mittag oder heute abend werden soundso viele Leute hereingetragen' " (Ziegler, Seite 35).

 

Die Arbeitsbedingungen waren mehr auf Vernichtung als auf ein Produktionsergebnis hin ausgerichtet. "Wieder im Lager angekommen, mussten die Häftlinge zuerst den Abendappell über sich ergehen lassen, der unter denselben Bedingungen wie morgens ablief. ... Nachher bekamen sie ihr Abendessen, einen halben Liter Kaffeeersatz oder Tee, 200 Gramm Brot und einen kleinen Würfel Margarine. ... Die Leichen der während des Tages bei den verschiedenen Kommandos ermordeten Häftlinge mussten am Abend mit ins Lager gebracht werden und wurden auf den Appellplätzen vor den einzelnen Baracken abgelegt. Alles musste zahlenmäßig stimmen, Kranke, Tote und noch Lebende waren anwesend" (Ziegler, S.21).

 

 

Opfer

 

Aus folgenden Ländern wurden Menschen in das KZ Natzweiler-Struthof verschleppt:

Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, aus den Niederlanden, Norwegen, Polen, Sowjetunion, Spanien und der Tschechoslowakei.

 

Das Lager Natzweiler-Struthof war ein sogenanntes Nacht- und Nebellager. Nacht- und Nebelhäftlinge waren politische Gefangene, die auf Veranlassung der Gestapo, des Sicherheitsdienstes oder der Sicherheitspolizei spurlos verschwinden sollten. Sie waren der Vernichtung durch Arbeit, durch medizinische Versuche und durch unbeschreibliche Lebensverhältnisse ausgesetzt. Viele Tausende wurden darüber hinaus gequält und durch ausgeklügelte Foltermaßnahmen gepeinigt, viele wurden ermordet. Die genaue Zahl der Todesopfer lässt sich nicht ermitteln. Russen, Zigeuner, Juden »verschwanden« einfach, ohne eine Spur zu hinterlassen. Sicher ist jedoch, dass es mehrere Tausend Tote gegeben hat, gestorben an Hunger, aus psychischer oder körperlicher Not, unter Schlägen, am Galgen, durch Erschlagen und Erschießen, medizinische Versuche, Vergasung und viele andere unbeschreiblich grausame Maßnahmen.

 

 

 

Evakuierung

 

Im August 1944 wurde die Gegend um Natzweiler-Struthof zum Kriegsgebiet erklärt. Die Evakuierung des Lagers begann am 2. September; die Häftlinge wurden auf Transport geschickt: Nach Dachau die einen, verteilt auf die verschiedenen Außenlager die andern. Zeitlich fiel die Auflösung des Stammlagers also etwa zusammen mit dem Beginn des Unternehmens Wüste und der Lager Bisingen und Dautmergen. Weiterhin aber unterstanden alle Außenlager einer zentralen Kommandantur mit etwa 15 bis 20 Mann, die sich weiterhin »Kommandantur Natzweiler« nannte und im Briefkopf Natzweiler als Standort angab. Sie verlegte ihr Quartier im September 1944 nach Guttenbach in Baden, in der Nähe des Lagers Neckargerach. Im März 1945 übersiedelte der Stab nach Stuttgart, weitere Verlegungen folgten, bis man sich schließlich Ende April im Raum Sonthofen - Oberstdorf auflöste.

 

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