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Spurensuche "Zeitzeugen"

Die Schüler_innen der Klasse 9c haben sich im Fach Geschichte intensiv mit der Verfolgung von Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus befasst. Der Besuch in der KZ Gedenkstätte Natzweiler/Struthof führte allen deutlich vor Augen, wie gnadenlos, brutal und menschenverachtend die Nazis mit Menschen umgingen, die in ihrem Weltbild keinen Platz hatten: Juden, Politische Kritiker oder Gegner, Menschen anderer Nationalitäten, Kriegsgefangene …

 

Erschreckend war auch die Erkenntnis, dass sich das Grauen der Konzentrationslager auch in der direkten Umgebung von Rottweil abspielte.

Mit dem "Unternehmen Wüste" sollten im letzten Kriegsjahr aus dem Ölschiefer der Schwäbischen Alb Treibstoff für die Kriegsmaschinerie gewonnen werden. Von den zehn Konzentrationslagern, die hierzu errichtet wurden, liegen Schömberg und Schörzingen sowie die Produktionsanlage im Eckerwald bei Zepfenhan Rottweil am nächsten.

 

 

Der geplante Zeitzeugenbesuch von ehemaligen Zwangsarbeitern konnte 2019 leider nicht stattfinden. Stattdessen haben sich Schüler_innen der Klasse 9 c auf Spurensuche in der eigenen Familie begeben ...

 


 

Hier eine kleine Auswahl der Rechercheergebnisse der Schüler_innen:

 

Wüste-KZ Schörzingen 1944/1945 (mit ca. 1000 Häftlingen)

 

Die Arbeitsstelle war das Werk Wüste 10 Eckerwald. Die Häftlinge mussten drei Kilometer von ihrem Lager bis zur Arbeitsstelle streng in sechser-Reihen laufen. Sie wurden immer von 6-10 SS-Soldaten bewacht, die mit Gewehren schwer bewaffnet waren und auch Hunde dabei hatten, sodass eine Flucht unmöglich war. Die SS Leute zögerten bei Fluchtversuchen nicht, von ihren Waffen Gebrauch zu machen.

Einmal war es der Fall, dass ein Arbeiter aus der Reihe trat, um einen Apfel in einem Graben auf zu sammeln. Als die SS-Leute es bemerkten, erschossen sie ihn auf der Stelle.

Die Bürger aus Schörzingen legten den Arbeitern Nahrung an den Straßenrand, sodass die Arbeiter es heimlich aufsammeln konnten und mehr zum Essen hatten. Die Arbeiter mussten jedoch mit dem Gedanken leben, dass wenn sie beim Aufsammeln des Essens erwischt wurden, dass sie ebenfalls sofort erschossen wurden. Die Bürger legten das Essen immer nur an den Straßenrand, damit die Soldaten nicht wussten woher es stammte. Wurden die Bürger dabei erwischt, wurde ihnen gedroht, dass sie beim nächsten Mal auch zum Häftling werden.

Mein Uropa wurde einmal von einem Hund gebissen und hatte seither ab und zu epileptische Anfälle. Dadurch musste er nicht in das KZ. Auch er legte trotz der Angst den Arbeitern immer Essen an den Straßenrand, um ihnen ein wenig zu helfen. Jedoch waren nicht alle Soldaten freiwillig dabei, sondern viele junge Leute wurden gezwungen, Soldat zu sein und die Häftlinge zu bewachen. Morgens mussten die Häftlinge zur Arbeitsstelle laufen, wenn ein Kamerad von ihnen nicht mehr laufen konnte, mussten vier Häftlinge ihn zur Arbeitsstelle tragen und wenn im KZ Arbeiter gestorben sind, mussten diese ebenfalls wieder zurück getragen werden. Es gab auch Tage, an denen Tote schon mittags von Häftlingen zurück getragen wurden. Jeden Tag mussten ca. 2-5 Tote aus der Arbeitsstätte heim getragen werden. Die Arbeiter mussten im KZ Erdarbeiten oder Bauarbeiten verrichten. Das Ziel der KZ-Lager war es, Öl aus Ölschiefer zu gewinnen um daraus Treibstoff für den Krieg zu produzieren. Jeder Arbeiter bekam ein Ziel vorgeschrieben, dass er am Ende des Tages erreicht haben musste, wenn nicht wurde er mit Schlägen bestraft und bekam am Abend nichts zu essen. Die Leichen wurden in Massengräbern begraben und kreuz und quer hinein geworfen bis sie voll waren. Dadurch wurden Sie mit Erde überschüttet. Dort wo die Gräber früher waren, ist heute der KZ-Friedhof. Am Ende des Kriegs mussten die Parteimitglieder des 3. Reichs unter französischer Besatzung die Massengräber ausgraben und alle Toten in ein Einzelgrab legen.

Mein Opa berichtete mir, dass er damals acht Jahre alt war und alles miterlebte. Es war eine sehr grausame Zeit.

 

Eloy B.


 

Kriegszeit - Eine der grausamsten Zeiten der Geschichte (von Eberhard P., geb.1935)
 

Zu Anfang des Krieges überfielen die Deutschen sehr schnell Polen und nahmen dieses in ihre Gewalt.

Mein Vater war Eisenbahner und wurde nach Gotenhafen an der Ostsee in Polen versetzt. Direkt neben den Schienen hatten wir einen Gemüsegarten. Es fuhren dort viele Züge vorbei. Auf manchen stand in großer Schrift "Räder rollen für den Krieg."

Öfter hielt direkt neben unserem Garten ein Zug, in dem Juden eingesperrt wurden. Sie sahen sehr hungrig und abgemagert aus. Meine Mutter hatte jeden Tag frische große Mohrrüben ausgegraben und geputzt. Als die Züge vor unserem Garten hielten, schickte meine Mutter uns vier Kinder zu den Waggons. Die Türen waren nur eine Handbreite offen, damit die Gefangenen noch Luft bekamen.

Wenn der Wachposten mit einem Gewehr auf dem Rücken in die andere Richtung ging, streckten wir Kinder schnell die Mohrrüben in die ausgestreckten Händen der Juden. Der Wachposten hatte zum Glück nichts bemerkt. Nach einer Weile fuhr der Zug wieder weiter. Wahrscheinlich ins nächste KZ.

Eines Tages, als wir in der Stadt waren um mehr Lebensmittel zu besorgen, sah ich eine Mannschaft von KZ Insassen die von NS-Mitgliedern durch die Straßen gescheucht wurden. Viele Deutschen ahmen nach dieser Zeit sehr viel Schuld auf sich. Dies auch nicht zu unrecht. Doch die meiste Schuld hatte immer noch Hitler indem er seinen Männern befahl, die Juden zu verfolgen, deren Häuser wegzunehmen, deren Geld zu stehlen, deren Häuser niederzubrennen und deren Geschäftezu plündern. Natürlich auch die Grausamkeit so viele Menschen in seinen KZs hinzurichten.

 

Jens T.


 

Das Bild oben zeigt meinen Uropa, bevor er zur Wehrmacht eingezogen wurde.

 

Hier noch die Bilder des Ausweis, den mein Ueopa bekam, als er aus dem russischen Arbeitslager entlassen wurde ...

 

 

 

... sowie des Papiers, mit dem seine Entlassung aus dem Arbeitslager bestätigt wurde und mit dem er die Heimreise nach Deutschland antreten durfte:

 

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